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Unser Superager-Erfolgsprogramm

Nur eine personalisierte und multimodale = „mehrgleisige“ Behandlung kann eine Demenz inkl. Alzheimer wirksam vorbeugen und bessern. Sie glauben es nicht? Bitte weiterlesen!

Was ich im Folgenden beschreibe, ist viel Neues für Karlsruhe und auch Neues für die Neurologie in der ambulanten Behandlung von Menschen mit Hirnleistungsstörungen oder einer beginnenden Demenz. Das Programm zielt auch auf Menschen, die z. B. wissen, dass sie aus familiären Gründen ein erhöhtes Demenzrisiko (hier Fragebogen) haben.

Alzheimer-Demenz (AD) ist nur „ein“ Demenz-Typ, aber der häufigste (ca. 60%) dieser Krankheit, wobei mehr als 20 Jahre (!) vor ersten Beschwerden bereits das Gehirn nachweislich durch Einlagerungen von toxischem Eiweiß (ß-Amyloid und Tau) erkrankt ist. Wir kennen zudem: Frontotemporale Lobärdegeneration (FTLD), Lewy-Körper-assozierte Demenz (LBD), Parkinson-Demenz (PD), Limbisch-prädominante alterassoziierte TDP-43-Enzephalopathie (LATE), Progressive supranukleäre Blicklähmung (PSP) und noch einige weitere seltene, z. B. Huntington (HD), Demenz mit Neuroserpin-Einschlüssen, Hallervorden-Spatz, Niemann-Pick-Krankheit.

Neben dieser primären Neurodegeneration, bei denen es zu Ablagerungen von Eiweiß im Gehirn kommt, gibt es mehr als zwanzig verschiedene „sekundäre“ Typen von Demenzen. Am häufigsten und insgesamt der zweithäufigster Demenz-Typ sind gefäßbedingte Demenzen (VD), also große und/oder kleine hirnversorgende Gefäße betreffend. Weiter gehören zu den sekundären Folgen Hirntumorkrankheiten, traumatische Demenzen – wichtig hier: Sport bedingte Kopfverletzungen – infektiöse, entzündliche, hormonell bzw. stoffwechselbedingte Hirnleistungsstörungen – wichtig hier: Alterszucker-Krankheit – oder toxische Demenzen, z.B. Alkohol und andere Drogen, auch infolge von Medikamenten, z. B. Benzodiazepine.

Leichte Hirnleistungsstörungen sind sehr oft ein Vorläufer einer Demenz. Kurze Screeningtests (z.B. MMSE, MoCA) sind weder geeignet diese sicher zu diagnostizieren, noch diese sicher auszuschliessen; hierfür ist gemäß Leitlinien eine umfassende neurokognitive Untersuchung, die wir anbieten, erforderlich. Die Möglichkeiten der Minderung der Risikofaktoren zum Bremsen des Fortschreitens kann erst nach ausführlicher Diagnostik ausgeschöpft werden.

Eine frühzeitige Alzheimer-Diagnose bei geringen Beschwerden wird in Zukunft immer wichtiger werden. Wir wissen inzwischen dass Menschen, die nur subjektive Hirnleistungsstörungen (SCI=Subjective cognitive impairment) zu 25% eine zugrundeliegende Alzheimer-Krankheit haben; bei Menschen mit leichten Hirnleistungsstörungen (MCI=Mild cognitive impairment) sind es 50%.

Unser Therapieprogramm basiert auf nachweislich erfolgreichen und immer weiter entwickelten Konzepten in Anlehnung z. B. von Dale E. Bredesen (Bredesen Protocol, ReCODE), aus der modernen Neurorehabilitation (s. mein Blog), die in der Anwendung speziell fokussiert und auf „Ihre“ Ursachen der Hirnleistungsstörungen angepasst wird. Es kommen neben pharmakologischen auch physiotherapeutische Techniken zum Einsatz, die sich gemäß aktueller neurowissenschaftlicher Datenlage als wirksam erwiesen (s. mein Blog) haben. Je nach neuen Erkenntnissen wird dieses personalisierte neurorehabilitative Behandlungskonzept modifiziert. Das ständige Anpassen ist ein wichtiger Faktor für den anhaltenden Erfolg dieses Therapieverfahrens.

Inzwischen kennen wir die biologischen Merkmale des Alterns ziemlich gut:

  • Chronische Entzündung (Inflammation)
  • Qualitätsverlust der Mitochondrien (Mitochondrial Quality Control)
  • Störung der Eiweiß-Homöosthase (Protein Homeosthasis)
  • Schwächung des Immunsystems (Immune Dysfunction)
  • Störungen im Stoffwechsel (Metabolic Dysregulation)
  • Störungen der Epigenetik (Epigenetic Changes)

Alle diese Faktoren beeinflussen sich gegenseitig, sodass sich die Veränderungen und folglich den Alterungsprozess des Gehirns beschleunigen, je mehr krankhafte und chronische Störungen im Organismus auftreten.

Wichtigste Grundlage ist deswegen: Erst wenn Sie wissen, was genau die ursächlichen Faktoren bei Ihnen sind, können diese gezielt verbessert werden. Deswegen muss das Fundament zu Beginn eine umfangreiche neurologische Diagnostik sein, die möglichst viele Ursachen eines vorzeitigen Hirnleistungsabbaus und einer verfrühten Gehirnalterung untersucht. Ziel ist es, als Konsequenz dieser diagnostischen Ergebnisse, möglichst viele der krankmachenden Faktoren gleichzeitig = mehrgleisig, ganzheitlich und patientenspezifisch zu behandeln (A Precision Medicine Approach to Alzheimer Risk Reduction). Dies folgt dem neurorehabilitativen Leitgedanken: „Ein Patient = Eine Therapie“, nicht „Eine Diagnose = Eine Therapie“ wie es oft schulmedizinisches Prinzip ist.

Eine wichtige, erfolgreiche europäische Studie aus Finnland (FINGER-Study) und das Therapieprotokoll nach Dale E. Bredesen konnten mit diesem mehrgleisigen Therapievorgehen, also einer Behandlung, die mehrere Faktoren gleichzeitig therapiert, nicht nur ein Bremsen des Hirnabbaus, sondern sogar Verbesserungen, nämlich einen Hirnaufbau (!), belegen. Das unterscheidet sich zu üblicher schulmedizinischer Vorgehensweise: ein Medikament auf einen Zielparameter, z. B. ein Antikörper gegen das im Hirn angereichert abgelagerte Beta-Amyloid. Dies Vorgehen bewirkt nämlich „nur“ ein mäßiges Bremsen der Verschlechterungen, was im Alltag unbemerkt bleiben kann.

Die zugrunde liegende Literatur, die ich regelmäßig überarbeite, ist in meiner Alzheimer-Buchliste (s. Blog) nachzulesen.

Die Diagnostik umfasst:

  • Blutversorgung des Gehirns
  • Hirnleistungsuntersuchungen
  • Körpermuskel- und Körperfettanalyse
  • Ernährung
  • Mikrobiom (= Darmflora)
  • Stoffwechsel und Neuro-Hormone
  • Immunabwehr/chronische Entzündungen
  • körperliche Aktivität
  • Schädelverletzungen
  • Schlaf und Entspannung
  • genetisches Risiko (insb. Gen APOE)
  • sozialer Stress
  • Umweltgifte
  • Denken und Lebenseinstellungen

Die Befunde leiten zu spezifischer Vorgehensweise für folgende Bereiche:

  • Hirnleistungstraining
  • Schlafhygiene
  • Training von Anti-Stress-Methode per Biofeedback
  • Ernährung und Mikrobiom
  • körperliche Aktivität
  • Vermeiden von Giften
  • Anti-Stress-Strategien
  • Denken und Lebenseinstellung
  • soziale Aktivitäten

Im Unterschied zu den ersten sechs Bereichen (s. mein Blog), die ich mit einem langfristigen Konzept behandle und entsprechend berate, kann ich die letzten drei Bereiche betreffend zwar gute Empfehlungen und Hinweise geben. Sollten diese aber eine besonders wichtige Rolle im Krankheitsgeschehen spielen, z. B. familiäre Dauerfehde oder akute psychiatrische Krankheiten, müsste ich eine Weiterempfehlung zur Mitbehandlung aussprechen.

An dieser Stelle möchte ich mich bei meinen Patienten bedanken, die mir das Vertrauen entgegenbrachten und entgegenbringen, meinen Empfehlungen zu folgen. Ohne Sie könnte ich nicht von wunderbaren Erfolgen berichten, die auch mich und meine Mitarbeiterinnen täglich freuen. Ich bemühe mich in der Behandlung vor allem deutlich zu machen, dass ich im Rahmen dieses „Superager-Erfolgsprogramms“ für Sie ein Coach, also ein erfahrener, spezieller – neudeutsch: „Personal Trainer“ bin, denn die Hauptarbeit leisten Sie als Patient/-in.