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Nahrung ist Medizin – für das Gehirn! (Teil 1)

Nur 2 Prozent unseres Körpergewichts benötigen 25 Prozent der Körperenergie: Das Gehirn ist „teuer“, ja, es ist ein Luxusorgan!

Dennoch empfehlen nicht wenige, vermeintliche und industriell bezahlte, Fachleute statt einer hochwertigen nur eine ungenügende, ja sogar falsche Ernährung. Dies ist paradox, denn durch die Nahrung „sprechen“ wir von der Umwelt über unseren Darm zu unserem Gehirn. Dies ist eine neue Seite der Neurologie – Neues auch für Karlsruhe!

Gesunde Nahrung fürs Gehirn erhalten Sie auf Ihrem Wochenmarkt. © Dr. Michael H. Stienen

Falls Sie direkt aus der wilden Natur kommende, frische und naturbelassene, nicht lange gelagerte, lokale, von jungfräulichem mineral- und nährstoffreichem Boden stammende Nahrung zu sich nehmen, in einer sauberen Natur mit reiner Luft und reinem Wasser arbeiten, acht bis neun Stunden pro Tag erholsam schlafen, sich jeden Tag viel in der Natur bewegen und ohne chronischen Stress in einer Jeder-kennt-Jeden-Gemeinde ohne Umweltgifte leben, brauchen Sie das Folgende nicht zu lesen. Andernfalls nehmen Sie sich bitte 5 Minuten für die folgenden Informationen!

Zunächst ein kleines Quiz: Richtig oder falsch?

1. Haferflocken sind ein gesundes Frühstück.
2. Vermeide Eigelb, weil es den Cholesterinspiegel im Blut erhöht und zu Herzattacken führt.
3. Orangensaft ist ein super Start in den Tag.
4. Rotes Fleisch ist ungesund; es verursacht Krebs und Herzkrankheiten.
5. Fettarme Diät ist der beste Weg, um Gewicht abzunehmen.
6. Glutenfreie Produkte sind gesund.
7. Um Gewicht zu reduzieren, sollte man weniger essen und mehr Sport treiben.
8. Milch ist natürliche, perfekte Nahrung; sie ist gut für Kinder, baut Knochen auf und verhindert Knochenbrüche.
9. Vermeide Butter, weil sie zu viele gesättigte Fette enthält und zu Herzkrankheiten führt.
10. Aus Pflanzen hergestellte Öle sind besser als Butter.

Haben Sie alle Fragen mit „richtig“ beantwortet? So wurde es auch mir jahrelang beigebracht, und auch ich glaubte das Meiste noch vor zwei Jahren. Jedoch, Alles ist falsch!

Es liest sich wie ein Krimi, ist aber leider journalistisch sehr gut recherchierte Tatsache: Mit sehr viel Geld aus der Zucker-Industrie, unterstützt durch die amerikanische Reagan-Regierung, konnten dominierende Forscher, so Ancel Keys, und 3 Forscher von Harvard ( F. Stare, R. McGandy und M. Hegstedt) in einer 1967 veröffentlichten Studie, Studiendaten bewusst verzerrend darstellen, die American Heart Association „kapern“ und mehr als 50 Jahre lang die Welt mit falschen Empfehlungen dominieren. Damit wurde maßgeblich zu der „Epidemie“ von Übergewicht, Herzerkrankungen, Schlaganfällen, Diabetes mellitus u. a. beigetragen. Die immerwährenden Predigten von angeblich so guter „high carb and low fat“ Diät (viel Kohlenhydrate und wenig Fett und notwendigem Kalorienzählen, „Calories-in-Calories-out“zählen, ist eine maßgebliche Ursache dieser weltweiten Fehlentwicklung; in den USA sidn izwischen mehr als ein Drittel der Bevölkerung übergewichtig oder fettsüchtig, diese Entwicklung „schwappt“ gerade erst zu uns.

Sie glauben es nicht? Bitte lesen Sie hierüber die Tatsachen, die auch in Deutschland bisher nicht adäquat beachtet und teils erwünscht sind. Die Pharmaindustrie gibt zunehmend durch einen ansteigenden Anteil an unseren Forschungsgeldern entscheidend vor, was an Universitätskliniken untersucht, gelehrt und auch mit Hilfe bezahlter, öffentlicher Meinungsträger verbreitet wird. Die Cochrane-Society, vor 20 Jahren als ein Hort wissenschaftlicher Wahrheit gegründet, ist inzwischen von bezahlten, industriell erwünschten Ergebnissen infiltriert.

Erst kürzlich musste ich ähnliches von der Alzheimer-Gesellschaft bei einem Vortrag erstaunt hören, als ein deutlich übergewichtiger Professor seine Privatmeinung pseudo-wissenschaftlich zu untermauern versuchte;. Der Laie glaubt natürlich was ein honoriger bayerischer Universitätsprofessor verbreitet, auch wenn es wissenschaftlich und wissentlich falsch ist und immer weiter gebetsmühlenhaft Falsches wiederholt wird. Diese Verwirrung der Laien ist natürlich gewünscht: manche nennen es „Brain-Wash“.

Während der Anhörungen im US-Cogress für die nationalen Nahrungsempfehlungen 2015 – Leitlinien, an denen sich viele Nationen der Welt orientieren – wurden die Ratschläge Fleischkonsum zu vermindern und für nachhaltigen, umweltbewussten Gemüseanbau zu sorgen, ganz gestrichen! Die kurzfristigen Industrieinteressen waren wichtiger.

Entscheidend ist: Essen, das für unser Gehirn qualitativ ungenügend ist, führt zum vorzeitigen Hirnabbau, zu einem Verlust von Hirnzellen sowie zu reduzierter Lernfähigkeit und nachlassender Plastizität des Gehirns. Alzheimer-Demenz beginnt mehr als 20 Jahre vor ersten Beschwerden mit einer Fehlanpassung, z. B. einer Insulin- oder Leptinresistenz, oder als genauso unbemerkter chronisch entzündlicher Prozess durch den Darm vermittelt.

Warten bis das unterversorgte zunehmend „stotterende“ Gehirn sich mit ersten Hirnleistungsbeschwerden bemerkbar macht, ist spät für eine Heilung. Unsere einseitige Reparaturmedizin vergisst vorbeugend und vorausschauend zu handeln und übersieht langjährige Zeichen dieser vorzeitigen Hirnalterung, die leider noch oft achselzuckend als normales Altern abgetan werden. Sehr fatal!

Der unbemerkte chronisch entzündliche Prozess fördert alle modernen Krankheiten: Die Zahlen für Demenz, Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Krebs und Autoimmunerkrankungen steigen jährlich rasant. Das ist ein erkennbares Zeichen einer Fehlanpassung an die sich immer rascher verändernden ungünstigen Umweltbedingungen und ungesunde Lebensumstände.

Je nach Definition begann dieser Wandel bereits mit dem Übergang von einer Jäger-und-Sammler-Kultur zum Ackerbau oder dem Anthropozän. Alle die modernen Krankheiten sind entscheidend mit einer Fehlernährung und mit einer Fehlanpassung, einem „Mismatch“ nachweislich verknüpft.

Unsere Ernährung ist die entscheidende Verbindung, mit der unser Körper Informationen aus unserer Umwelt erhält, um sich in diese einzufügen. Die einzigartig lange Reifungsphase unseres Gehirns bis in das frühe Erwachsenenalter, das 3. Lebensjahrzehnt, ist Schlüssel zu der bemerkenswerten Anpassungsfähigkeit des Menschen an alle Regionen der Welt – ob an die Antarktis, die Hochebenen der Himalayas, bootfahrend auf der Südsee oder an Megacities wie Tokyo, New Dheli oder New York.

Die Nahrung übermittelt über den Darm bzw. unser Mikrobiom, die Informationen in Form von Botenstoffen darüber, was „da draußen“ in unserer Umwelt, los ist. Dies erst ermöglicht es dem Gehirn und dem Körper, die für genau diese „biologische Niche“ erforderliche epigentische Modulierung des Genoms adäquat zu benutzen. Wir leben in zunehmend widriger werdenden Umweltbedingungen – das Artensterben schreitet unaufhaltsam voran und neueste Erkenntnisse beschreiben z.B. einen „insect collapse„. Wssenschaftlich können wir von einem menschlichen „Genom unter chronischem Stress“ ausgehen.

Dennoch lassen sich wichtige Regeln und Hilfen für eine gesündere Ernährung, die vor allem für das Gehirn wichtig sind, aufstellen. Dies ist auf der Basis einer immer größeren Zahl an guten Studien.

Seien Sie aber bitte auf der Hut: Leider gibt es viele interessengeleitete (Pseudo-)Ratgeber, die von Unternehmen bezahlt werden oder nach Aufnerksamkeit gieren. Auch die „grüne“ Biobranche wird zunehmend von Nahrungsgiganten gestürmt und z.B. Gütekriterien werden gezielt herabgesetzt.

Mehr dazu, natürlich mit den Begründungen zum Quiz, lesen Sie in „Nahrung ist Medizin Teil 2“.

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