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Fortbildungen über Schluckstörung

Dr. Stienen führte erfolgreich und mit positiver Resonance Fortbildungen zum wichtigen Thema neurogene Schluckstörungen für Pflegekräfte und für angehende Logopädinnen/-en durch.

Erneut konnte vor Pflegekräften am 08. November 2018, diesmal in der Kurpark-Residenz Bellevue, Baden-Baden, über die neuesten Erkenntnisse der Schluckstörungen, der Häufigkeit und den Folgen referiert werden. Besondere Beachtung war die Vermittlung einfacher Mittel zur Erkennung dieser Störung per Fragebogen und dem Erlernen eines einfachen Schluck-Tests. Ziel ist es, Betroffene mit dieser Störung zu erkennen und bei Auffälligkeit einer weiteren Diagnostik, z.B. Endoskopie (FEES) zuzuführen, um schwerwiegende Folgen, wie Lungenentzündung und Mangelernährung, zu vermeiden. In einer angeregten Diskussion wurde die Bedeutung dieser Problematik in täglicher Pflege hervorgehoben.

Am 8. August 2018 informierte er Pflegekräfte im Altenheim Benckieserstift über neurogene Schluckstörungen, und am 13. September 2018 berichtete er an der IB-Logopädieschule Baden-Baden vor angehenden Logopädinnen und Logopäden über die elegante apprarative Diagnostik: Fiberendoskopische Evaluation des Schluckaktes (FEES).

In der IB-Logopädieschule Baden-Baden referierte Dr. Stienen über die Bedeutung und Anwendung der wichtigsten apparativen Diagnostik der Schluckstörung: die FEES. Diese Abkürzung steht für Fiberendoskopische Evaluation des Schluckaktes nach Professor Susan E. Langmore.

Bei Hinweisen auf eine Schluckstörung sollte immer eine FEES erfolgen, denn die Aussagekraft der klinisch-logopädischen Untersuchung ist begrenzt. Hier gibt es leider eine hohe Rate falsch positiver und falsch negativer Ergebnisse. Dies gilt insbesondere im Hinblick auf stille, also nicht „hörbare“ Aspirationen, z. B. durch Husten oder Räuspern. Nicht zuletzt lässt sich mit FEES die Effektivität schlucktherapeutischer Interventionen prüfen.

30 Jahre nach der Erfindung dieser eleganten Methode durch Susan E. Langmore findet die FEES weltweit immer mehr Verbreitung. Diese Untersuchung ist einfach und weitgehend nebenwirkungsfrei: Nur bei 1,2 Prozent der Untersuchungen tritt Nasenbluten auf, und in 0,07 Prozent kommt es zu einem Stimmritzenkrampf; harmlos, da die Reaktionen selbstlimitierend sind. Die FEES kann auch bei Patienten durchgeführt werden, wenn diese nur begrenzt zur Mitarbeit in der Lage sind. Die Methode ist inzwischen unabdingbarer Bestandteil von Schlaganfall-Stationen (Stroke Units), da in der Akutphase eine Schlaganfalles 70 bis 80 Prozent der Patienten von einer mehr oder weniger gefährdenden Schluckstörung betroffen sind. Ein Zusammenhang zu deutlich erhöhter Rate an Lungenentzündungen und Sterbequote ist wissenschaftlich belegbar.

In Karlsruhe führte Dr. Stienen erstmals eine neurologische Fortbildung für Pflegekräfte in einem Alten- und Seniorenheim, dem Benckieserstift, zum Thema Schluckstörungen durch.

Einer theoretischen Einführung folgten ein einfaches Schluckstörungs-Screening und ein ebenso unkomplizierter und schneller Bedside-Test mit 100-prozentiger Sensitiviät (Fähigkeit, das Störungsbild zu entdecken). Screening und Test wurden nicht nur vorgeführt, sondern auch von den Fortbildungsteilnehmerinnen und -teilnehmern erlernt. Hieraus ergeben sich nützliche Hilfen für den pflegerischen Alltag.

Dr. Stienen konnte sich über sehr positive Rückmeldungen freuen. „Die Bedeutung dieses Themas findet leider auch in den Lehrplänen des neuen Pflegeberufsgesetztes kaum Aufmerksamkeit“, kritisiert Dr. Stienen. „Mich wundert es, dass selbst Ernährung und Essen oft nur als ein Randthema erscheinen. Es wird übersehen, dass Essen meines Ermessens das Wichtigste für die tägliche Lebenszufriedenheit bedeutet.“

Schluckstörungen sind bereits unter gesunden Älteren nicht selten: Nach neuen Studien – auch in Deutschland erhoben – kann in Pflegeheimen davon ausgegangen werden, dass mehr als 80 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner betroffen sind.

Eine hilfreiche Schluckkost und eine logopädische Therapie können erst nach einer sach- und fachgerechten Diagnostik festgelegt werden. Die Untersuchung sollte klinisch-logopädisch und immer auch apparativ erfolgen – am einfachsten auch im Heim per flexibler endoskopischer Schluckuntersuchung (FEES).

Erfolgt hingegen lediglich eine klinische logopädische Untersuchung, sind die Therapie und die Empfehlung zu einer Dysphagiekost in etwa der Hälfte der Fälle falsch! Als Folge wird manchen Patienten eine Normalkost unnötigerweise vorenthalten, während andere Betroffene mit einer falschen Kost gesundheitlich gefährdet werden können, was zu Lungenentzündung und Mangelernährung führen kann.

Die größte Gefahr geht von stillem Verschlucken (Aspiration) aus, was klinisch nicht zu „sehen“ ist. Dies erfordert manchmal den Verzicht auf Nahrungsaufnahme über den Mund. Da dies sich aber im Verlauf einer Krankheit wieder bessern kann, ist eine FEES zwingend in regelmäßigen Abständen indiziert, um Therapie und Kostform anzupassen.

Es liegen inzwischen viele Studien vor, die evidenz-basiert wirksame und hilfreiche Schlucktherapie ermöglichen. Die unterschiedlichen therapeutischen Optionen fußen aber immer auf der Kenntnis der funktionellen neurologischen Pathologie. Viele erfolgreiche Methoden haben sich inzwischen etabliert.

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