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Es beginnt mit Vergesslichkeit, Wortfindungsstörung oder Depression: Alzheimer-Demenz

Ein gesundes Gehirn ist die Grundlage für den Erhalt von Gesundheit und für ein erfolgreiches Leben. 

© Clemens v. Vogelsang; https://www.flickr.com/photos/vauvau/4322986470/

© Clemens v. Vogelsang

Der bemerkbare Abbau eigener Hirnleistungen kommt schleichend viel zu spät. Schon bei 30-jährigen, mehr als 2 Jahrzehnte vor bemerkbaren Beschwerden, sind krankhafte Änderungen bereits im Gehirn nachweisbar. Wenn Beeinträchtigungen im Alltag auffallen, ist es „5 vor 12“ für eine Therapie, dann sind erhebliche therapeutische Anstrengungen erforderlich. Wichtig: eine Besserung ist nachweisbar möglich! Das sind nicht nur meine Behandlungserfahrungen. Vorbeugen und rechtzeitig behandeln ist einfacher. Begeben Sie sich auf Ihren Weg, das Gehirn und sich zu gesunden!

Nach mehr als 30 Jahren und zig Milliarden verschlingender Alzheimer-Forschung gibt es bisher – und auch absehbar – kein Medikament zur Heilung. Die letzten, die den Markt erreichten, z.B. Rivastigmin (Exelon), sind über 10 Jahre alt und rein symptomatische Therapie. Sie führen maximal zu einer Verzögerung des Hirnabbaus um etwa ein halbes Jahr. Die Ursache bleibt mit diesen Medikamenten unbehandelt. Die dominierende Amyloid-Theorie sagt, dass die vermehrte Ablagerung des Abbauproteins im Hirn zur Behinderung der Kopplungen zwischen den Nervenzellen führt, und dies die wichtigste Ursache sei. Unzweifelhaft spielen die Ablagerungen eine Rolle, aber nicht die einzigste. Denn umgekehrt führt ein „Säubern“ des Gehirns vom Beta-Amyloid nicht zu besseren Hirnleistungen. Zudem übersieht die Amyloid-Theorie, dass dieses Protein protektive Aufgaben erfüllt, z.B. Keime oder Toxine bindet und so deren schädliche Wirkungen im Gehirn mindert.

Die Annahme der Forschung eines „goldenen Schusses“ in der Behandlung der Alzheimer-Demenz ist kläglich gescheitert, dies wird manchen Forschern langsam klar: „We are flogging a dead horse“!

Zeichen einer Demenz können Beeinträchtigungen der Aufmerksamkeit, Schwierigkeiten Worte zu finden, eine Wesensänderung, Orientierungsstörung, Depression und Antriebslosigkeit oder Gedächtnisbeeinträchtigungen, z.B. das Erzählen der immer gleichen Geschichten, sein (Fragebogen Demenz-Warnzeichen).

Neueste Ergebnisse zeigen, dass leichte Störungen der Hirnleistungen („mild cognitive disorder“) bei Menschen >65 Jahren sich in 15-20 % pro Jahr zu einer Demenz entwickeln. Bei Menschen die keine kognitive Störung haben beträgt diese Quote nur 1% pro Jahr. Das Risiko einer Demenz, oft Alzheimer-Typ, ist somit bei leichten Hirnleistungsstörungen mehr als 10-fach größer als ohne Hirnleistungsschwäche. Und auch Menschen mit „nur“ subjektiven Empfinden  einer Geisteskraftminderung haben ein erhöhtes Demenzrisko. Und wie so oft in der Medizin, wenn sie Menschen nicht ernst nimmt, werden diese „psychiatrisiert“, hier mit der Diagnose „Alzheimer-Phobie“. Diese Ignoranz besitzt jahrundertlange Tradition – das m.E. erschütternste Beispiel ist die Biografie von Ignaz Semmelweis.

Ein sehr wichtiger Risikofaktor eine Alzheimer-Demenz zu entwickeln ist der APOE-Genotyp.Wenn Sie ein APOE besitzen, von Vater oder Mutter geerbt, steigt Ihr Risiko auf 30 %, besitzen Sie aber zwei, von beiden Eltern geerbt, steigt es auf 50-90 % an.

Andere Risikofaktoren eine Demenz zu entwickeln sind: Schlafstörungen, fehlende Entspannungszeiten, geringe körperliche oder geistige Anstrengung, Durchblutungsstörung, Bluthochdruck, Hormon- oder Vitaminmangel, Diabetes mellitus, Fettsucht, Fehlernährung, Hirnverletzungen, chronischer Stress, Umweltgifte oder Suchtstoffe.

Deswegen sollte jeder ab dem 50 Lebensjahr so wie eine Koloskopie (Darmspiegelung) ebenfalls eine „Kognoskopie“ – eine Hirnleistungstestung – regelmäßig durchführen. Um das Risiko abzuschätzen nutze ich einen Fragebogen Demenz-Risiko.

Rechtzeitig „normales“ Altern von dem Beginn einer Demenz zu unterscheiden, ist von großer Bedeutung für die Besserungsprognose einer Therapie. Nicht jede Gedächtnislücke deutet auf Alzheimer hin. Mittels einer Kurztestung (z.B. mit dem Montreal Cognitive Assessment) kann man zwar einen ersten Hinweis erhalten, jedoch ist eine umfangreichere neuro-kognitive Testung dann zwingend erforderlich. Denn erst diese ausführliche Testung betreff vieler Hirnleistungen (z.B. Aufmerksamkeit, Lernfähigkeit, Merkspanne, Arbeitsgeschwindigkeit oder Reaktionskontrolle) offenbart das genaue Störungsmuster und ermöglicht ein zielgenaues Training zur Verbesserung der Hirnleistungen. Ein nicht sachgerechtes, individuell angepasstes Hirnleistungstraining ist nicht wirksam.

Eine wirksame holistische („ganzheitlich“) Therapie bedeutet sehr oft eine erhebliche Änderung des Lebensstils, die hohe Motivation erfordert,  dies ist aber nachweislich wirksam.

Die aktuelle Forschung setzt seit 30 Jahren und auch nach zig Milliarden in den Sand gesetzter Forschungsgelder auf eine falsche Einfachlösung („silver bullet“) für alle Ursachen, was scheitern muss, über 100 Fehlversuche bisher, und auch die aktuellsten Studien versagten, denn der Therapieansatz ist meist immer noch monokausal.

Die wichtigsten 3 verhaltensaspekte Ihr Gehirn aufzubauen – also mehr als den Abbau zu bremsen! – sind adäquate körperliche Aktivität, Hirnleistungstraining und eine hirnaufbauende Ernährung.

Die Frage welche Motivation für eine Kehrtwende zur Gesundung mitbringt, kann sich jeder nur selbst beantworten. Wer aber heute die vollen Becher der reinen Lust genießt, muss in Zukunft die vollen Becher des Leides erwarten.

Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.“
Hermann Hesse (aus Stufen, 04.05.1941)

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