Rufen Sie uns an 0721 83078-771 oder schicken Sie uns eine E-Mail info@praxis-drstienen.de

Tel: 0721 83078-771

Es beginnt mit Vergesslichkeit, Wortfindungsstörung oder Depression: Alzheimer-Demenz

Ein gesundes Gehirn ist die Grundlage für den Erhalt von Gesundheit und für ein erfolgreiches und lange Leben.

© Clemens v. Vogelsang; https://www.flickr.com/photos/vauvau/4322986470/

© Clemens v. Vogelsang

Der bemerkbare Abbau eigener Hirnleistungen kommt schleichend sehr spät. Schon bei 30-jährigen, also mehr als 2 Jahrzehnte vor alltäglich spürbaren Beschwerden, sind krankhafte Änderungen bereits im Gehirn nachweisbar. Wenn Beeinträchtigungen im Alltag auffallen, ist es oft „5 vor 12“ für eine erfolgreiche Therapie, denn dann sind große therapeutische Anstrengungen erforderlich. Wichtig aber ist: eine Besserung ist nachweislich auch in höherem Alter möglich! Das sind nicht nur meine Behandlungserfahrungen, sondern auch Ergebnisse wissenschaftlicher Studien. Vorbeugen und rechtzeitig behandeln ist natürlich einfacher. Begeben Sie sich auf Ihren Weg, das Gehirn und sich zu gesunden und möglichst lange gesund zu bleiben!

Nach mehr als 30 Jahren und zig Milliarden verschlingender Alzheimer-Forschung – der weltgrößten – gibt es bisher und auch absehbar kein Medikament zur Heilung. Die letzten, die den Markt erreichten, z.B. Rivastigmin (Exelon), sind über 10 Jahre alt und eine rein symptomatische Therapie. Sie führen maximal zu einer Verzögerung des Hirnabbaus um etwa ein halbes Jahr. Die Ursachen der Demenz bleiben mit diesen Medikamenten unbehandelt. Die dominierende „Amyloid-Theorie“ sagt, dass die vermehrte Ablagerung des Abbauproteins im Hirn zur Behinderung der Kopplungen zwischen den Nervenzellen führt und dies die wichtigste Ursache sei. Unzweifelhaft spielen diese Ablagerungen eine Rolle, hauptsächtlich aber für die vererbaren Alzheimer-Typen, aber nicht die Einzigste. Denn umgekehrt führt ein „Säubern“ des Gehirns vom Beta-Amyloid nicht zu besseren Hirnleistungen. Zudem übersieht die sogenannte „Amyloid-Theorie“, dass dieses Protein auch schützende, protektive Aufgaben erfüllt, z.B. Keime oder Toxine bindet, und so deren schädliche Wirkungen im Gehirn mindert.

Die Annahme der Forschung eines „goldenen Schusses“ in der Behandlung der Alzheimer-Demenz ist kläglich gescheitert! Dies wird einigen Forschern immer klarer: „We are flogging a dead horse“!

Zeichen einer Demenz können Beeinträchtigungen der Aufmerksamkeit, Schwierigkeiten Worte oder Namen zu finden, eine Wesensänderung, Orientierungsstörung, Depression und Antriebslosigkeit oder auch nur Gedächtnisbeeinträchtigungen, z.B. das Erzählen der immer gleichen Geschichten, sein (Fragebogen Demenz-Warnzeichen).

Neueste Ergebnisse zeigen, dass leichte Störungen der Hirnleistungen („Mild Cognitive Disorder“) bei Menschen >65 Jahren sich in 15-20 % pro Jahr zu einer Demenz entwickeln. Bei Menschen die keine kognitive Störung haben beträgt diese Quote nur 1% pro Jahr. Das Risiko für eine Demenz, oft Alzheimer-Typ, ist somit bei leichten Hirnleistungsstörungen mehr als 10-fach größer als ohne Hirnleistungsschwäche. Und auch Menschen mit „nur“ subjektiven Empfinden einer Geisteskraftminderung haben ein 15-fach erhöhtes Risiko innerhalb der folgenden 3 Jahre eine manifeste Störung mit Alltagseinbußen zu entwickeln. Und wie oft in der Medizin, Menschen werden mit den Beschwerden teils nicht ernst genommen und „psychiatrisiert“ mit der Überschrift „Alzheimer-Phobie“. Leider besitzt Ignoranz jahrundertlange Tradition – das m.E. erschütternste Beispiel ist die Biografie von Ignaz Semmelweis.

Ein wichtiger Risikofaktor eine Alzheimer-Demenz zu entwickeln ist der APOE-Genotyp.Wenn Sie ein APOE besitzen, von Vater oder Mutter geerbt, steigt Ihr Risiko auf 30 %, besitzen Sie aber zwei, von beiden Eltern geerbt, steigt es auf 50-90 % an.

Andere Risikofaktoren eine Demenz zu entwickeln sind: Schlafstörungen, fehlende Entspannungszeiten, geringe körperliche oder geistige Anstrengung, Durchblutungsstörung, Bluthochdruck, Hormon- oder Vitaminmangel, Diabetes mellitus, Fettsucht, Fehlernährung, Hirnverletzungen, chronischer Stress, Umweltgifte oder Suchtstoffe.

Deswegen sollte jeder ab dem 50 Lebensjahr – ähnlich dem Rat zu einer Darmspiegelung – ebenfalls eine „Kognoskopie“, eine Hirnleistungstestung, regelmäßig durchführen. Um das Demenz-Risiko abzuschätzen nutze ich auf der Grundlage aktueller wissenschaftlicher Datenlage einen Fragebogen.

Rechtzeitig „normales“ Altern von dem Beginn einer Demenz zu unterscheiden ist von großer Bedeutung für die Besserungsprognose einer Therapie. Nicht jede Gedächtnislücke deutet auf Alzheimer hin. Mittels einer Kurztestung (z.B. mit dem Montreal Cognitive Assessment) kann man zwar einen ersten Hinweis erhalten, jedoch ist eine umfangreichere neuro-kognitive Testung zwingend erforderlich, um eine klare Aussage zu erhalten.. Denn erst diese ausführliche Testung betreff vieler Hirnleistungen (z.B. Aufmerksamkeit, Lernfähigkeit, Merkspanne, Arbeitsgeschwindigkeit oder Reaktionskontrolle) offenbart das genaue Störungsmuster und ermöglicht ein zielgenaues Therapie zur Verbesserung dieser Hirnleistungen. Ein nicht personalisiertes, individuell nicht angepasstes Training, wie die Werbung in viele Angeboten verspricht, ist nicht wirksam und sinnlos.

Eine wirksame holistische („ganzheitlich“) Therapie bedeutet oft eine erhebliche Änderung des Lebensstils, die hohe Motivation erfordert,  dies ist aber nachweislich wirksam.

Die aktuelle Forschung glaubt seit 30 Jahren und auch nach zig Milliarden in den Sand gesetzter Forschungsgelder auf eine falsche Einfachlösung („silver bullet“) für alle Ursachen, was scheitern muss. Über 250 Fehlversuche und auch die aktuellsten Studien versagten, denn der Therapieansatz ist leider völlig monokausal.

Die wichtigsten Verhaltensaspekte Ihr Gehirn aufzubauen – also mehr als den Abbau zu bremsen – sind adäquate körperliche Aktivität, Hirnleistungstraining, gesunder Schlaf und hirnaufbauende Ernährung.

Die Frage, zu welcher Motivation man für eine Kehrtwende zur Gesundung bereit ist kann sich jeder nur selbst beantworten. Wer aber heute die vollen Becher der reinen Lust genießt, muss in Zukunft die vollen Becher des Leides erwarten.

Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.“
Hermann Hesse (aus Stufen, 04.05.1941)

rev20190503

Menü