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Interdisziplinärer Arbeitskreis für Schluckstörungen

Am 31.10.2018 fand die Gründungsveranstaltung in der Ärztekammer Nordbaden, Karlsruhe, mit einem erlesenem Fachpublikum statt.

Erfolgreich gründete sich am 31. Oktober der Interdisziplinäre Arbeitskreis für Schluckstörungen, der alle an Diagnostik und Therapie beteiligten Heilberufe, Ärzte, Logopäden, Pflegekräfte u. a. zusammenbringt. Die höchst interessanten Vorträge von Dr. Michael H. Stienen, Neurologe (Karlsruhe), und Andreas Farr, Leitender Logopäde SRH Klinikum Karlsbad-Langensteinbach, wiesen auf wichtige fundamentale Fakten hin.

Viele Menschen – je älter, je häufiger, und ab der sechsten Dekade deutlich ansteigend – sind von Schluckstörungen betroffen, ohne dass dies subjektiv bemerkt wird. Die ist fatal, kann es doch zu hierdurch verursachten Lungenentzündungen kommen, die nicht nur mit schlechter Prognose verknüpft sind, z. B. nach einem Schlaganfall, sondern zudem die Sterberate nachweislich erhöhen. Da die Pneumonierate in Deutschland innerhalb von nur zehn Jahren um die Hälfte zugenommen hat und in Anbetracht unserer demografischen Entwicklung die betroffene Patientenzahl weiter rasant steigen wird, ist dies ein bedeutendes Gesundheitsthema, das aber zurzeit nur wenig Beachtung findet.

Dr. Stienen beschrieb eindrücklich, wie mit rechtzeitiger und angemessener Diagnostik die Erkrankungs- und Sterberate gemindert werden kann. Andreas Farr referierte über die Möglichkeiten der logopädischen Diagnostik und insbesondere über die Therapiemöglichkeiten, die wissenschaftliche Wirksamkeit besitzen. Das Fachpublikum erhielt einen bemerkenswert umfassenden Überblick über den aktuellen Wissensstand zu Schluckstörungen und über die Folgeerkrankung Lungenentzündung.

In der angeregten Diskussion wurde deutlich, dass in der derzeitigen Gesundheitsversorgung – nicht nur was den stationären Bereich betrifft, sondern insbesondere mit Bezug auf die ambulante Behandlung – diese Störungen diagnostisch und therapeutisch eine viel zu geringe Aufmerksamkeit erhalten. Die dringende Notwendigkeit zur Verbesserung dieser Problematik wurde einmütig festgestellt.

Intensiv diskutierte der Arbeitskreis die Möglichkeiten, für das Thema Schluckstörung und für die Menschen, die von Schluckstörungen betroffen sind, einen höheren Stellenwert in der öffentlichen Wahrnehmung unserer Gesundheitsversorgung zu erreichen.

Dem neuen Interdisziplinären Arbeitskreis für Schluckstörungen darf Erfolg gewünscht werden – in unser aller Interesse. Schließlich weiß niemand, ob er nicht selbst einmal betroffen sein wird.

 

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