Rufen Sie uns an 0721 83078-771 oder schicken Sie uns eine E-Mail info@praxis-drstienen.de

Tel: 0721 83078-771

Alzheimer-News 12/2018

Demenz kann in mehr als 75 % verhindert bzw. gebessert werden. Nur 2 % der Alzheimer-Erkrankten sind genetisch bedingt – und Gene sind kein unabwendbares Schicksal!

Bild zeigt das Wort Alzheimer als ein Puzzle, von dem Teile fehlen

Alzheimer-News von Dr. Michael H. Stienen

Innerhalb von 15 Jahren hat sich laut der Alzheimer’s Association (vom 20.03.2018) die Zahl der an Alzheimer Verstorbenen mehr als verdoppelt (+ 123 %). Demgegenüber sinkt die Zahl der an Krebs, Herzinfarkt oder Schlaganfall Verstorbenen leicht. Keith Fargo, Director of Scientific Program, konstatiert: „The sooner the diagnosis occurs, the sooner these costs can be managed and savings can begin.” Das Erkennen einer leichten kognitiven Störung als frühes klinisches Stadium einer Alzheimer-Demenz ist infolgedessen von größter Wichtigkeit, um „das Ruder herumzureißen“.

Der Tsunami der Demenz-Erkrankten ist bereits gut vorhersehbar. Im Jahr 2015 hatten wir in Deutschland 1,6 Millionen Erkrankte. Sollte kein Durchbruch in Therapie und Prävention gelingen, werden es im Jahr 2050 mehr als 3 Millionen sein. Wer dies psychiatrisiert und als „Alzheimer-Phobie“ bagatellisiert, ignoriert die Bedeutung dieser bedrohlichen Epidemie, vor der unsere Welt in diesem Jahrhundert steht! Bereits jetzt kennen wir einen Pflegenotstand. Sehen Sie eine Änderung zum Guten?

Die Politik versteckt sich seit vielen Jahren. Am 11. Dezember 2013 fand ein G8-Gipfel zu diesem Thema statt. Hören Sie von einer weltweiten politischen Alzheimer-Kampagne, ähnlich dem Klima-Gipfel? Unsere Politiker schweigen, lenken ab oder sehen es allenfalls als ein die Familien zunehmend schwer belastendes Pflegeproblem. Auf dem diesjährigen deutschen Alzheimer-Kongress haben die zuständigen Bundesminister vermieden, aufzutreten.

Feigenblatt-Politik: Hören Sie etwas, wenn die Miniterin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Franziska Griffey, im Grußwort vollmundig schreibt: „Am 19. September 2018 haben Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und ich den Startschuss für die Entwicklung einer Nationalen Demenzstrategie gegeben.“ Das beklagte Tabu, über Demenz zu sprechen, wurde von beiden Ministern jahrlang mit praktiziert.

Nach mehr als 250 fehlgeschlagenen Studien der weltgrößten, finanzreichsten Forschungsanstrengung ist kein Medikament in Sicht, das wirklich Hilfe verspricht. Schlimmer: Die aktuell aussichtsreichste Studie zeigt leider statistische Unklarheiten und Mängel, d. h. selbst wenn die Ergebnisse positiv wären, wäre dies sicherlich kein Durchbruch, zumal nur leicht Betroffene (CDR 0,5) eingeschlossen wurden.

Deswegen diskutieren die Forscher offen darüber, schwer Erkrankte nicht mehr in Studien einzuschließen: Sie werden quasi mit palliativer Sicht gesehen, ohne Hoffnung auf Besserung, um sich auf Menschen in der Vorstufe einer Demenz – noch nicht subjektiv Betroffene oder mit leichten kognitiven Störung – zu beschränken. Ein Zitat aus dem aktuellsten Forschungsüberblick: „A concerning observation derived from this AD pipeline review is the lack of agents targeting the moderate to advanced stages of AD.“ (AD = Alzheimer-Demenz)

Still und leise zog sich der weltgrößte Pharma-Gigant Pfizer nach Milliardenverlusten Anfang dieses Jahres ganz aus der Alzheimer-Forschung zurück.

Deswegen: Absehbar ist keine medikamentöse Hilfe in Sicht! Es erscheint so, dass die Betroffenen von der deutschen Politik und der finanzstarken Pharmaindustrie aufgegeben wurden. Gutes jedoch zeigt: Seit 2012 veröffentlicht das US-Gesundheitsministerium die „National Plan to Adress Alzheimer’s Disease„.

„There is no aging!“ bedeutet, nicht das Alter „an sich“ als einen krankhaften Prozess zu verstehen – oft vielfach falsch vermittelt -, sondern, dass mit dem Alter das Risiko für Krankheiten steigt, in deren Folge sich Alzheimer entwickelt. Dies belegen Tierversuche, in denen die Lebensspanne erheblich – übertragen auf den Menschen, um mehrere Jahre – verlängert werden konnte, wenn man in einer gesunden Umgebung leben kann, die Krankheitsrisiken vermindert und sich im täglichen Leben gesund verhält.

Gerne wird übersehen, welche Bedeutung der Erhalt eines gesunden Immunsystems hat. In vielen Studien konnte bei an Demenz Verstorbenen eine hohe Keimlast gefunden werden, ganz aktuell: Herpesviren (HSV2, -6A und -7), Chlamydia pneumonia oder Spirochäten. Dies sind Keime, die sich lebenslang in bestimmten Zellen verstecken können, vom Immunsystem aber „in Schach“ gehalten werden müssen. Wenn jedoch in bestimmten Situationen die Abwehrkräfte schwinden, vermehren sich die Keime im Gehirn, ohne dass dies als eine Hirninfektion erkennbar sein muss; eine zunehmende Vergesslichkeit kann das einzige Zeichen sein.

Entscheidend ist eine genaue neurologische Diagnostik der Ursache von Hirnleistungsstörung; erst dies ermöglich eine hilfreiche, für jeden Menschen passgenaue Therapie. Vorbeugung und Besserung sind wirksam möglich!

Im Mittelpunkt dieser ganzheitlich ausgerichteten Behandlung stehen neben umfassender Therapie der verursachenden Stoffwechselstörungen natürlich auch Lebensstiländerungen. Nachweislich sind körperliche Aktivität, kognitive Aktivität und Training sowie eine hirnaufbauende Ernährung wirkungsvoll. Im Mittelpunkt stehen erfolgreiche Lebensstiländerungen, Motivation und Mitarbeit sind erforderlich.

Als eine erste hilfreiche Adresse darf ich Ihnen die Deutsche Alzheimer-Gesellschaft e.V. empfehlen.

Menü