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Ursachen für die zunehmende Häufigkeit von Schluckstörungen

Für die zunehmende Häufigkeit von Schluckstörungen sind mehrere Entwicklungen verantwortlich. Diese sind mit der Evolution der menschlichen Anatomie und Ernährung verbunden.

  • Einsatz von Feuer bei der Nahrungsherstellung
  • evolutionär begründete Besonderheiten menschlicher Anatomie von Kiefer, Mund und Rachen
  • Veränderungen, die mit dem Übergang von einer Jäger-und-Sammler-Kultur zu einer Agrarkultur einhergehen (Pinhasi, R. und Stock, J.: Human Bioarcheology of Transition to Agriculture, Oxford 2011)
  • moderne Ernährung mit maßgeblich anderen Bestandteilen
  • veränderte Lebensbedingungen aufgrund moderner Zivilisationsentwicklung, auch infolge zunehmender Verstädterung und Lebensstilveränderungen.

Nur in wenigen Regionen in der Welt leben – und ernähren sich – die Einwohner noch wie unsere Vorfahren. Beispielhaft sind z.B. die Hadza in Tansania, ein interessantes Forschungsgebiet mit bemerkenswerten Erkenntnissen zur evolutionären Anpassung des Menschen in seine Umwelt (z. B. das Mikrobiom, d. h. die „Keimwelt“ in unserem Darm).

Über viele Jahrhunderte der letzten zwei bis drei Jahrtausende waren in Europa Ernährung und Gesundheitslehre (Vier-Säfte-Lehre antiker Autoren) eng verknüpft. Ein wichtiger Teil ärztlicher Therapie war das Verordnen einer Diät. Erst im 16./17. Jahrhundert trennten sich unsere Ernährungsweise von der Gesundheitslehre, weil vornehmlich in Frankreich (Japan nicht zu vergessen!) das Kochen ästhetisiert und zur Koch-„Kunst“ weiterentwickelt wurde.

Die Physiologie des Geschmackes und der Kulinarik fand mit Jean Anthelme Brillat-Savarin 1826 eine neue wissenschaftliche Qualität. Davon zeugt auch seine zum Bonmot avancierte These: „Sage mir, was du isst, und ich sage dir, was du bist.“ Erstmals betonte er die enge Verknüpfung zwischen Selbst, dem Verständnis der eigenen Person, und seinen lebenlangen Geschmackserfahrungen und Geschmacksvorlieben und – abneigungen. Aber bitte lesen Sie sein Buch, da es viele bemerkenswerte soziale Beobachtungsstudien beinhaltet des 19. Jahrhunderts ausführt, die er wunderbar darstellt.

Ja, dies sind unbekannte und neue Dinge für mein Fachgebiet Neurologie und auch für Karlsruhe!

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