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Vortrag „Alzheimer vorbeugen!“

NEUES für die Neurologie, NEUES für Karlsruhe: wirksame Möglichkeiten in Vorbegung und Behandlung der Alzheimer-Demenz wurden wissenschaftlich fundiert vorgetragen.

Mit großer Gespanntheit und Aufmerksamkeit fand am 6. November 2019 nochmals der Vortrag „Alzheimer vorgeugen“ statt. Da wir leider viele Interessierte bei Überfüllung des Saales abweisen mussten, werde ich den Vortrag in 2020 nochmals halten, der Termin wird rechtzeitig hier bekannt gegeben.

Am 23.01.19, 19:30 Uhr, IHK Haus der Wirtschaft Karlsruhe, Lammstr. 13-17, hielt Dr. Stienen den Vortrag: „Alzheimer vorbeugen!“ Mit überraschend großer Nachfrage und posiiver Rückmeldung fand der Vortrag statt.

Hier sind zwei Fragebögen, auf Forchungsergebnissen basierend, zur Selbsterkennung: Demenz-Warnzeichen und Demenz-Risiko.

Keine 2 % der Alzheimer-Erkrankten in Deutschland sind rein genetisch, familiär, bedingt. Alzheimer-Demenz kann folglich in sehr vielen Fällen verhindert werden. Inzwischen kennt man viele Risikofaktoren, die Folgen einer üblichen ungesunden modernen Lebensweise sind. Unter diesen sind genetische Marker, der bekannteste ist APOE, die das Risiko zu erkranken vervielfachen, bei der Variante APOE4/4 steigt es um das 15fache. Jedoch die gute Nachricht ist: 25% mit dieser Variante erkranken Zeit Lebens nicht an Demenz. Dies unterstreicht die Bedeutung von Lebensstil und Umwelt.

Als Alois Alzheimer seine Patientin vor über 100 Jahren 1906 auf einer Ärztekonferenz vortrug, war die Krankheit, man nannte sie „Altersblödsinn“, eine Rarität. Er starb 1915 ohne besondere Bekanntheit, man nannte ihn den „Irrenarzt mit dem Mikroskop“. Es blieb so über mehr als 50 Jahre still. Das hat sich in den letzten 40 Jahren drastisch verändert. In 1976 schrieb ein bekannter amerikanischer Neurologe, R. Katzmann darüber und nannte es in fast prophetischer Vorschau „A Major Killer“. Denn nur innerhalb der letzten 15 Jahren hat sich laut Angaben der Alzheimer’s Association (2018) die Zahl der an Alzheimer Verstorbenen mehr als verdoppelt (+123 %). Demgegenüber sinken die Zahlen betreffend an Krebs, Herzinfarkt oder Schlaganfall Verstorbenen leicht.

Eine weltweite Epidemie an Demenz-Erkrankten ist bereits gut absehbar, sollten keine entscheidenden Fortschritte in Therapie und Prävention erreicht werden. Im Jahr 2015 hatten wir in Deutschland 1,6 Millionen Erkrankte, im Jahr 2050 werden es mehr als 3 Millionen sein. Wer dies psychologisiert und als Alzheimer-Phobie bagatellisiert, ignoriert die Bedeutung dieser damit einhergehenden, auch sozialpolitisch, bedrohlichen Veränderungen, vor der unsere Welt in diesem Jahrhundert steht. Europa ist mit der Zunahme von 90 % noch vergleichsweise gering betroffen, im Unterschied wird für Nordamerika eine Zunahme von 145 %, für Asien mit 226 % erwartet.

Wir kennen bereits seit Jahren den Pflegenotstand, eine Änderung zum Guten ist unabsehbar. Zudem, Angehörige, die Alzheimer-Patienten pflegen haben deutlich erhöhte Raten für Depression, Hirnleistungsstörungen und ein 60% erhöhtes Risiko selbst an Alzheimer zu erkranken.

Die Politik versteckt sich seit Jahren. Am 11. Dezember 2013 fand ein G8-Gipfel zu diesem Thema statt. Alzheimer-Forscher hatten einen Aufruf gestartet. Hören Sie von einer weltweiten politischen Alzheimer-Kampagne, ähnlich dem Klima-Gipfel? Unsere deutschen Politiker schweigen wissentlich, lenken ab oder sehen es nur als ein Pflegeproblem, das Familien, jede Familie in Deutschland, zunehmend schwer belasten wird. Vor diesem Problem steht auch Karlsruhe, eine Stadt mit überdurchschnittlich vielen Älteren. Wer soll diese versorgen?

Auf dem deutschen Alzheimer-Kongress 2018 vermieden es die zuständigen Bundesminister aufzutreten. Stattdessen erfolgt übliche Feigenblatt-Politik: Man „hört“ es nicht, wenn die Ministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Griffey, vollmundig verlautbart: „Am 19. September 2018 haben Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und ich den Startschuss für die Entwicklung einer Nationalen Demenzstrategie gegeben.“ Es wird ein Tabu, über Demenz zu sprechen, beklagt, aber von beiden Ministern genau dies praktiziert. Auf erlösende Forschung wird gesetzt, obwohl seit mehr als 20 Jahren 99,8% der Studien erfolglos blieben. Absurde Politik! Und wenn eine Ministerin auf Roboter zur Lösung des Pflegenotstandes setzt, darf ich dies als eine gezielte Ablenkung oder Volksverdummung werten.

Jedoch, auch nach mehr als 300 fehlgeschlagenen Studien der weltgrößten, finanzreichsten Forschungsanstrengungen der letzten 25 Jahre ist bisher kein Medikament in Sicht, das wirklich Hilfe verspricht. Still und leise zog sich der weltgrößte Pharma-Gigant Pfizer nach Milliardenverlusten Anfang 2018 aus der Alzheimer-Forschung zurück. Sicherlich, es werden größere Anstrengungen insbesondere in Nordamerika seit 2012 mit dem National Plan to Adress Alzheimer´s Disease unternommen. Bedenklich stimmt aber, wenn es im aktuellen Forschungsüberblick (gemäß Alzheimer Research Summit 2018) heisst: “A concerning observation derived from this AD pipeline review is the lack of agents targeting the moderate to advanced stages of AD.“ [AD=Alzheimer Demenz]. In den nächsten Jahren ist nicht mit einen Durchbruch zu rechnen, zumal der „goldene Schuss“, ein Medikament für alle Betroffenen, ziemlich illusorisch ist. Dies war (eine) große Fehlannahme der bisherigen Forschung. Die Erkrankung ist zu vielfältig und komplex. Die nicht-begriffene und ignorierte Komplexität des Gehirns – das komplexeste „System“ das wir kennen – als Teil unseres vielgestaltigen Organismus gibt weiter sehr große Rätsel auf.

Es gibt gut untersuchte Regionen in der Welt mit vielen über 100-Jährigen, „Centenarians“ genannt, z.B. Hokaido (Japan), Loma Linda (USA) oder Cilento (Italien). Die zuträglichen Faktoren, die langes Leben und geistige Gesundheit fördern sind inzwischen mehrfach anhand langjähriger Beobachtungstudien an verschiedenen Centenarian-Populationen bekannt. Bemerkenswert ist hieran: diese glücklichen Älteren leben einfach ihr normales Leben, ohne dies in besondere Weise gesundheitlich auszurichten. Deren Leben ist geistig und körperlich gesund erhaltend! Aber wie lässt sich dies auf uns übertragen?

Risikofaktoren, die das Gehirn vorzeitig altern lassen, ein Prozess der mehr als 20 Jahre vor Beginn subjektiver Beschwerden beginnen kann, sind nicht unausweichlich. „The sooner the diagnosis occurs, the sooner these costs can be managed and savings can begin” (Alzheimer´s Association 2018). Das Erkennen einer leichten kognitiven Störung als frühes Stadium der Demenzen ist von größter Wichtigkeit. Sehr oft wird es nicht korrekt dargestellt: Altern ist kein „an sich“ krankhafter Prozess, sondern mit dem Alter steigen Risiken für Krankheiten, die das Gehirn als ein energetisch sehr verletzbares Organ mit beeinträchtigen. Andauerendes Energiedefizit der Nervenzellen ist die zentrale Ursache. Hierfür bedarf es eine frühzeitige neurologische Diagnostik aller Faktoren, die Energieherstellung mindert und den frühen Hirnschwund bewirken können. Wir kennen inzwischen mehr als 30. Erst die umfassende Untersuchung aller Faktoren („Deep Patient“) ermöglicht eine zielgenaue Behandlung.

Alle Krankheitstriebkräfte müssen parallel therapiert werden. „Personalisierte“ Behandlung ist das Schlagwort der Medizin dieses Jahrhunderts. Dieses Vorgehen zeigt nachweisbar die erfolgreichsten Resultate. Auch in Tierversuchen konnte die Lebensspanne erheblich – übertragen auf Menschen über mehrere Jahre – alleine durch gesundheitsfördernde Lebensveränderungen verlängert werden, weil Krankheitsrisiken reduziert wurden.

Rechtzeitig gilt es „das Ruder herumzureißen“! Innerhalb von nur 5 Jahren entwickeln etwa 50% der Menschen mit leichten Hirnleistungsstörungen eine Demenz.

Im Mittelpunkt dieser ganzheitlichen Behandlung stehen neben umfassender Therapie aller verursachenden Stoffwechselstörungen kognitives Training und Lebensstiländerungen und der wichtigste Part: eine personalisierte gesunde Ernährung und erholsamer Schlaf. Es nicht neu, körperliche Aktivität, geistiges Training, soziale Einbindung oder hirnaufbauende Ernährung sind nachweislich wirkungsvoll. Entscheidend ist aber, dies „richtig“ zu tun. Das Vorgehen muss auf jede Person zielgenau angepasst und je nach Verlauf immer wieder je nach Verlauf nachjustiert werden. Einfache Regeln funktionieren deswegen nicht. Im Mittelpunkt steht der Einzelne mit seinem Leben in seiner Umwelt. Dort ist der Therapiebedarf.

Sicherlich: Motivation und Mitarbeit sind erforderlich, man muss sich „lähmender Gewöhnung entraffen“. Personalisiert ist vorbeugende und rechtzeitige Therapie nachweislich wirksam! Die Studienlage ist hierfür in den letzen Jahren eindeutig geworden. Worauf warten?

In meinem Blog über unser physikalisches Therapieangebot beschreibe ich noch weitere Möglichkeiten.

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